EnEV Referenzgebäude

Die energetische Bewertung von Gebäuden erfolgt seit der EnEV 2009 anhand eines „Referenzgebäudes“. Das Referenzgebäude ist hinsichtlich Größe, Form und Nutzung ein Spiegelbild des zu bewertenden Gebäudes, allerdings werden alle dafür vorgesehenen Bauteile und Anlagen gegen „Referenztechnik“ ausgetauscht. Das Referenzgebäude beschreibt sozusagen den Neubaustandard, besser gesagt den zu erwartenden Energiebedarf, wenn das Gebäude mit dem aktuellen Stand der Technik belegt wird.

  • Als erstes wird das zu bewertende Gebäude mit den gewählten Zonen, Bauteilaufbauten und technischen Anlagen manuell eingegeben und von der Software bilanziert
  • Als zweites wird das Referenzgebäude bilanziert. Es basiert auf den manuellen Eingaben, allerdings werden alle Bauteile und Anlagen automatisch durch Referenztechnik ersetzt. Die Referenztechnik ist jeweils in Tabelle 1 der Anlagen 1 und 2 der EnEV festgelegt
  • Ist die Berechnung zum Referenzgebäude abgeschlossen, werden zum Nachweis der zulässige und der vorhandene Primärenergie- und Transmissionswärmebedarf gegenübergestellt.

Sind die im Referenzgebäude ermittelten zulässigen Werte eingehalten oder unterschritten, so gilt der Nachweis als erfüllt.

EnEV Referenzgebäude Verfahren

Zunächst wird das zu bewertende Gebäude aufgenommen:

  • Zonierung des Gebäudes und Zuweisung der Nutzungsprofile nach DIN V 18599-10
  • Eingabe der Flächen und Volumen der Zonen, aus dem sich das Gebäude bildet
  • Eingabe der Außenbauteile und versorgenden Anlagen der Zonen und des Gebäudes

Auf Basis der Eingaben wird das zu bewertende Gebäude bilanziert:

  • Bildung der Wärmebilanz aus Wärmesenken (Transmission und Lüftung) und Wärmequellen (solar und intern) zur Berechnung des Heizwärme- und Nutzkältebedarfs
  • Berechnung Nutz- und Endenergiebedarf für Trinkwarmwasser, RLT und Beleuchtung
  • Berechnung der vorhandenen Kennwerte QP und HT´

Auf Basis der Eingaben und Anlage 1 bzw. 2, Tabelle 1 wird das Referenzgebäude bilanziert:

  • Alle Berechnungsschritte wie oben, nur mit Referenz-Bauteilen und Anlagen
  • Berechnung der zulässigen Kennwerte QP und HT´ (= Mindestanforderungen)

Abgleich der vorhandenen und zulässigen Kennwerte und Nachweiserstellung