EnEV im Neubau

 War im Kabinettsbeschluss vom 06.02.2013 noch die Rede von einer zweistufigen Anhebung des Neubauniveaus, so wurden die Anforderungen an Neubauten in der verabschiedeten Fassung der EnEV 2014 letztendlich in einer einzigen Stufe angehoben.

Mit Inkrafttreten der EnEV 2014 am 1. Mai 2014 bleiben die Anforderungen an neu zu errichtende Gebäude zunächst auf dem Niveau der EnEV 2009. Sowohl für den maximal zulässigen Transmissionswärmeverlust bei neuen Wohngebäuden gemäß Tabelle 2, Anhang 1, den mittleren U-Werten bei Nichtwohngebäuden nach Tabelle 2, Anhang 2, als auch für die Randbedingungen des Referenzgebäudes zur Ermittlung des zulässigen Primärenergiebedarfs bleiben die Werte so erhalten, wie sie bereits in der EnEV 2009 gefordert wurden.

Ab dem 1.Januar 2016 gelten dann um ca. 25% verschärfte Anforderungen gegenüber dem momentanen Neubaustandard. Die Verschärfung des einzuhaltenden Primärenergiebedarfs erfolgt über einen Anpassungsfaktor. Dazu wird zunächst das jeweilige Referenzgebäude für den Wohn- bzw. Nichtwohnbau mit denselben Randbedingungen berechnet, wie sie bereits mit Inkrafttreten der EnEV 2014 (bzw. seit der EnEV 2009) gelten. Anschließend wird der ermittelte Primärenergiebedarf mit dem Faktor 0,75 multipliziert und somit um 25 % verkleinert.

Von planerischer Seite ist daher folgendes zu berücksichtigen: Ab Januar 2016 erfüllt das Referenzgebäude nicht mehr die Anforderungen neu zu errichtender Gebäude gemäß EnEV. Es reicht also nicht mehr aus, ein Gebäude nach den Maßgaben des Referenzgebäudes zu planen, um die EnEV-Neubau-Anforderungen einzuhalten.

Anforderungen der EnEV im Neubau

Die veränderten Anforderungen an die Gebäudehülle für Wohn- und Nichtwohngebäude sehen im Einzelnen wie folgt aus:

Zu errichtende Wohngebäude:

Der spezifische Transmissionswärmeverlust des geplanten Gebäudes muss ab 2016 zwei Grenzwerte unterschreiten. Zum einen den bisher bekannten maximal zulässigen Transmissionswärmeverlust gemäß Tabelle 2, Anhang 1.

Gebäudetyp maximal zulässiger Transmissionswärmeverlust HT‘ in W/(m²×K)
freistehende Gebäude mit AN ≤ 350 m² 0,40
freistehende Gebäude mit AN > 350 m² 0,50
einseitig angebaute Gebäude ² 0,45
alle anderen Wohngebäude 0,65

Anforderungen an Wohngebäude

Als zusätzliche Anforderung wird der spezifische Transmissionswärmeverlust des Referenzgebäudes als Grenzwert eingeführt. Dieser darf ab 2016 ebenfalls nicht überschritten werden.

Zu errichtende Nichtwohngebäude:

Ab dem 1.Januar 2016 gelten neue einzuhaltende mittlere Wärmedurchgangskoeffizienten für die Gebäudehülle in Abhängigkeit von der Bauteilkategorie. In der nachfolgenden Tabelle sind die geforderten Werte aufgeführt.

Bauteil Höchstwerte für mittlere Wärmedurchgangskoeffizienten in W/(m²×K) für Zonen mit Temperaturen ≥ 19°C
EnEV 2009 bzw. mit Inkrafttreten der EnEV 2014 ab 01.01.2016
Opake Außenbauteile 0,35 0,28
Transparente Außenbauteile 1,9 1,5
Vorhangfassaden 1,9 1,5
Glasdächer/ Lichtkuppeln 3,1 2,5

Anforderungen an Nichtwohngebäude