EnEV im Bestand

Die Anforderungen bei zu ändernden bestehenden Gebäuden wurden gegenüber der EnEV 2009 nicht verschärft. Im Falle von Veränderungen an der Gebäudehülle gelten die einzuhaltenden U-Werte der geänderten Bauteile, wie sie bereits in der EnEV 2009 gemäß Tabelle 1, Anhang 3, gefordert werden, fort. Eine Ausnahme bilden neue Außentüren. Diese dürfen ab Inkrafttreten der EnEV 2014 nur noch einen maximalen Wärmedurchgangskoeffizienten von 1,8 W/m²K aufweisen.

Alternativ zur Einhaltung einzelner Wärmedurchgangskoeffizienten kann auch weiterhin die Gesamtbilanz des Gebäudes als Anforderungskriterium zu Grunde gelegt werden. Dabei dürfen die einzuhaltenden Grenzwerte auch in Zukunft 40% über denen vergleichbarer Neubauten liegen. Ab Januar 2014 gilt als Vergleichsgrenzwert für bestehende Gebäude jedoch nicht der verschärfte Neubaustandard, sondern weiterhin der Neubaustandard gemäß EnEV 2009.

Zu beachten sind einige Änderungen hinsichtlich der Erweiterung von Gebäuden. Die EnEV 2009 unterscheidet bisher in Erweiterungen von weniger als 50m² aber mehr als 15 m² Nutzfläche und Erweiterungen von mehr als 50 m² Nutzfläche. Ist die Erweiterung kleiner als zusammenhängend 50m², dann dürfen die neuen Bauteile der erweiterten Gebäudehülle die U-Werte gemäß Tabelle 1, Anhang 3 nicht überschreiten. Bei Erweiterungen von mehr als 50 m² zusammenhängender Nutzfläche, sind für den neuen Gebäudeteil die beiden Neubau-Grenzwerte (also zulässiger Transmissionswärmeverlust und Primärenergiebedarf) einzuhalten.

Gerade bei Gebäuden, die um mehr als 50 m² erweitert werden, z.B. beim Ausbau des Dachraumes, bei denen aber der neue Gebäudeteil an die bestehende Heizungsanlage angeschlossen wird, ist die Unterschreitung des Primärenergiebedarfs des Referenzgebäudes nur mit sehr großem zusätzlichem Aufwand verbunden. Diese Problematik wurde bei der Neufassung der EnEV berücksichtigt. Die EnEV im Bestand unterscheidet und fordert daher bei Erweiterung von Gebäuden folgende Punkte:

Erweiterung von weniger als zusammenhängend 50 m² Nutzfläche

Die Wärmedurchgangskoeffizienten der neuen oder geänderten Bauteile der Erweiterung dürfen die in Tabelle 1, Anhang 3 genannten Werte nicht überschreiten.

Erweiterung von mehr als 50 m² Nutzfläche und ohne neuen Wärmeerzeuger für den hinzukommenden Gebäudeteil

Die Wärmedurchgangskoeffizienten der neuen oder geänderten Bauteile der Erweiterung dürfen die in Tabelle 1, Anhang 3 genannten Werte nicht überschreiten.

Zusätzlich sind für den neuen Gebäudeteil die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz, wie sie für Wohngebäude nach Anlage 1 Nummer 3 bzw. für Nichtwohngebäude gemäß Anlage 2 Nummer 4 gestellt werden, einzuhalten.

Erweiterung von mehr als 50 m² Nutzfläche mit neuem Wärmeerzeuger für den hinzukommenden Gebäudeteil

Die Bauteile der Erweiterung müssen so ausgeführt werden, dass unter Berücksichtigung des neuen Wärmeerzeugers die Neubau-Grenzwerte für den neuen Gebäudeteil eingehalten werden. Allerdings gelten für Erweiterungen nach dem 31. Dezember 2015 nicht die verschärften Anforderungen, wie für alle neu zu errichtenden Gebäude. Der Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes wird in diesem Fall nicht durch einen Faktor abgesenkt und auch für die Begrenzung des Transmissionswärmeverlustes bei Wohngebäuden bzw. der mittleren U-Werte bei Nichtwohngebäuden gelten die gleichen Werte für Neubauten wie nach EnEV 2009 bzw. nach EnEV 2014 vor dem 1.Januar 2016.