Energieausweis

Mit der Novellierung der Energieeinsparverordnung wurde die Bedeutung des Energieausweises deutlich gestärkt.

Der Energieausweis beschreibt den energetischen Zustand des Gebäudes und bietet die Möglichkeit, die zu erwartenden Energiekosten im Vergleich zu anderen Gebäuden abzuschätzen. Dazu legt die EnEV 2014 in den Anlagen 6 bis 10 für Wohn- und Nichtwohngebäude passende Layouts fest. Mieter und Käufer von Gebäuden haben so die Möglichkeit, klare und strukturierte Angaben zur Energieeffizienz des Gebäudes zu erhalten. Daneben dient der Energieausweis auch zur Abschätzung eventueller Sanierungspotentiale des Gebäudes, da eine Hinweispflicht auf Verbesserungen des energetischen Standards (geregelt in § 20) besteht. Ein Energieausweis bleibt 10 Jahre gültig, sofern keine umfassenden Veränderungen vorgenommen werden.

301734_web_R_K_B_by_ehuth_pixelio.de Energieausweis

Quelle: ehuth  / pixelio.de

Energieausweisarten

Man differenziert zwischen einem „bedarfsorientierten Energieausweis“, beruhend auf einer unter Normbedingungen berechneten Energiebilanz und einem „verbrauchsorientierten Energieausweis“, dem Durchschnitt mehrjähriger Messwerte unter realen Nutzungsbedingungen. Der Bedarfsausweis ermöglicht so die objektive Vergleichbarkeit der Energieeffizienz unterschiedlicher Gebäude, der weniger aufwendige Verbrauchsausweis exakte Aussagen über den konkreten Verbrauch. Zudem werden unterschiedliche Anforderungen an die Energieausweise von Wohngebäuden und die Energieausweise von Nichtwohngebäude gestellt, letzterer enthält bspw. auch Informationen zur Kühlung und Beleuchtung.

Bedarfs- oder verbrauchsorientierter Energieausweis

Die EnEV stellt es im Grundsatz frei, ob ein bedarfs- oder ein verbrauchsorientierter Energieausweis erstellt wird. Es bestehen jedoch zwei Ausnahmen. Zum einen muss ein Bedarfsausweis erstellt werde, sofern eine Gesamtbilanz des Gebäudes erstellt wird. Weiterhin besteht seit 2008 für Bestandsgebäude die Pflicht den Bedarfsausweis zu erstellen, wenn das Gebäude unter fünf Wohneinheiten aufweist und den energetischen Mindestanforderungen der Wärmeschutzverordnung (WschV) 1977 nicht genügen, also vor 1977 ohne einen energetischen Standard, der dem der WSchV´77 entspricht, errichtet und nicht nachträglich saniert wurden. Die Regelung besteht, da bei kleinen Gebäuden die individuellen Nutzereinflüsse stärker ins Gewicht fallen als bei großen Wohn- oder Nicht-Wohngebäuden und daher der gemessene Verbrauch für einen Vergleich weniger aussagekräftig ist.